Nachhaltige Entwicklung

 

Nicht erst seit der Konferenz der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro im Jahre 1992 ist das Thema „Nachhaltigkeit“ oder „nachhaltige Entwicklung“ zu einem zentralen Leitbild für politisches, wirtschaftliches und ökologisches Handeln im 21. Jahrhundert geworden.
Schon Hans Carl von Carlowitz (1645–1714) hat den Gedanken der Nachhaltigkeit vor langer Zeit auf die Waldwirtschaft übertragen und so sollte nach Carlowitz in einem Wald nur so viel abgeholzt werden, wie auf natürliche Weise in absehbarer Zeit wieder nachwächst. Nachhaltigkeit sollte demnach sicherstellen, dass ein natürliches System in seinen wesentlichen Eigenschaften langfristig erhalten bleibt. Carlowitz gilt heute als „Vater“ der Nachhaltigkeit und hat diesen Begriff entscheidend geprägt. Heute wird eine nachhaltige Entwicklung oft als eine Entwicklung definiert, die gewährt, dass künftige Generationen nicht schlechter gestellt sind und ihre Bedürfnisse gleichermaßen befriedigen können wie gegenwärtig lebende.

Naturparke in Deutschland übernehmen Verantwortung und sind Modellregionen nachhaltiger Entwicklung. So leisten die vier Säulen der Naturparkarbeit „Naturschutz und Landschaftspflege“, „Erholung und nachhaltiger Tourismus“, „Umweltbildung und Kommunikation“ und „Nachhaltige Regionalentwicklung“ einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung der ländlichen Räume, zum Schutz der biologischen Vielfalt und zum Klimaschutz.

Auch der Naturpark Rhein-Westerwald setzt den Gedanken der nachhaltigen Entwicklung bei seiner täglichen Arbeit konsequent um.
So bietet der Naturpark beispielsweise „Entdeckertouren“ an, die es Kindergarten- und Schulkindern ermöglicht, Natur auf vielfältige Art und Weise zu erkunden und erleben und schon früh für Naturerlebnisse zu begeistern.
Auch werden jedes Jahr Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt umgesetzt. Im Jahre 2018 wurde beispielsweise durch eine großflächige Freistellungsmaßnahme eine ehemalige, artenreiche Blumenwiese wiederhergestellt, die Schmetterlingen und Bienen künftig als Lebensraum dienen soll.
Im Naturpark gibt es zudem zahlreiche Produzenten, die ihre Produkte selbst erzeugen und ab Hof vermarkten. Die Förderung einer nachhaltigen Nutzung und Vermarktung von regionalen Produkten stärkt regionale Wirtschöpfungsketten, erhält traditionelle Kulturlandschaften, trägt zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei und vermeidet durch kurze Transportwege Emissionen.
Das umfassende und gut ausgebaute Rad- und Wanderwegenetz im Naturpark Rhein-Westerwald fördert zudem den Tourismus vor Ort. Der Naturpark entwickelt und pflegt die nötige Infrastruktur für spannendes und/oder erholsames Naturerleben. Ein nachhaltiger und sanfter Tourismus setzt Natur in Wert und trägt dazu bei, dass diese erhalten wird.