Beweidungsprojekte

Wenn landwirtschaftliche Flächen nicht mehr gewinnbringend bewirtschaftet werden können, werden diese vielfach aufgegeben: Entsprechend wachsen viele der historischen Kulturlandschaften Stück für Stück zu. Damit können wertvolle Kulturlandschaften, aber auch schützenswerte Arten, wie Orchideenbestände, verloren gehen. Um dies zu verhindern, werden verstärkt in den letzten Jahren Beweidugsprojekte mit Modellcharakter umgesetzt. 

Im Naturpark Rhein-Westerwald gibt es sehr unterschiedliche Beweidungsprojekte, wie im Grenzbachtal oder auf den Heideflächen im Bonefeld. 

 

Das Grenzbachtal

Beweidung GrenzbachDas Motto "Schutz durch Nutzung" wurde im Grenzbachtal verinnerlicht und sukzessive umgesetzt. Während das Tal einst durch eine bäuerliche Grünlandnutzung bewirtschaftet wurde, wuchs es durch die Nutzungsaufgabe bis in die 2000er Jahre nach und nach zu. Zudem wurden in dem Tal Fichten aufgeforstet. Der ursprüngliche Charakter der Tallandschaft ging Stück für Stück verloren. In einem beispielhaften Modellprojekt wurden ab dem Jahr 2004 die Fichten gerodet sowie Bachverbauungen zurück gebaut. Durch diese Maßnahmen wurde es möglich, dass das Tal wieder durch robuste Rinderrassen, wie Galloways und Heckrinder, von Bewuchs freigehalten wird und seinen ursprünglichen Charakter eines Wiesentals zurück erhielt.  

 

Das Aubachtal

Im Aubachtal wurde im Jahr 2013 durch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Neuwied ein weiteres Beweidungsprojekt mit Modellcharakter gestartet. Da sich im Aubachtal in den letzten Jahren verstärkt das Indische Springkraut ausgebreitet hat, wurde das Modellprojekt im oberen Aubachtal umgesetzt. Damit soll versucht werden, den Eintrag von Samen des Indischen Springkrauts auf weiter flussabwärts gelegene Flächen zu vermindern. Dazu wurden seitens der Kreisverwaltung spezielle Flächen zunächst händisch von Springkraut befreit und im Anschluss durch Schafe beweidet. 

 

Heidschnucken in Bonefeld

Beweidung Heidschnucken 3Obwohl Heideflächen im Naturpark Rhein-Westerwald eher selten sind, wachsen in Bonefeld Heidepflanzen. Das Gebiet der „Bonefelder Heide", das bis in die 1970er Jahre hinein abgeflämmt wurde, drohte durch die natürliche Sukzession verloren zu gehen. Um diesen Prozess aufzuhalten und die Heide zu erhalten, engagiert sich der NABU Rengsdorf mit einem Beweidungsprojekt auf den Heideflächen. Durch die fachliche Unterstützung vom Biotopbetreuer Günter Hahn Beweidung Bonefeld Wolfgang Tischlerwurde es möglich, dieses Gebiet in den Sommermonaten mit „grau gehörnte Heidschnucken" zu beweiden. Durch die Beweidung der Flächen, die Schafe fressen am liebsten Ginster und Birken, werden diese Landschaftsbestandteile erhalten, so dass die Heideflächen schon bald wieder erblühen können.

Für die Beweidung ist das ehrenamtliche Engagement des NABU Rengsdorf zentral, die zunächst das Gebiet entbuschen und einzäunen mussten. Die Heidschnucken werden durch die "Projektgruppe Schafe" täglich betreut. 

Das Projekt wird von der SGD Nord über die Kreisbiotopbetreung im Landkreis Neuwied unterstützt.