Pflege von Streuobstwiesen

Streuobstwiesen sind das prägende Element der Kulturlandschaft im Naturpark. Besonders im Frühjahr sind die Streuobstwiesen ein Genuss: So weit das Auge reicht, blühen die Obstbäume und in der Luft liegt der Frühlingsduft. Gerade in dieser Jahreszeit sind die Bienen besonders fleißig und bestäuben die vielen Blüten. Im Herbst kann man sich an den köstlichen Äpfeln erfreuen, die zu Saft, Marmelade oder Schnaps verarbeitet werden können. 

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Die Streuobstwiesen zeichnen sich im Vergleich zur herkömmlichen Obsterzeugung (niederstämmige Plantagenwirtschaft) dadurch aus, dass das Obst auf hochstämmigen Baumformen erzeugt wird und „verstreut" in der Landschaft und vor allem auf Wiesen und Weiden steht. Bei den Streuobstbeständen werden neben der Obsterzeugung auch die Flächen unter den Bäumen zum Beispiel als Weideflächen genutzt.
Gerade für die Biodiversität haben die Streuobstbestände einen hohen Stellenwert: In Mitteleuropa bieten diese einen Lebensraum für über 5.000 Tier- und Pflanzenarten und bringen über 3.000 verschiedene Obstsorten hervor.

Charakteristische Arten sind z. B. der Steinkauz, der allerdings in den letzten Jahren im Naturpark Rhein-Westerwald seltener geworden ist, oder der Grünspecht. Aber auch Haselmäuse oder Siebenschläfer quartieren sich gerne in den Obstbaumbeständen ein. Altholzbestände oder Totholzhaufen können zudem Rückzugs- und Lebensräume bilden.

Streuobst 1Da die rentable Bewirtschaftung von Streuobstwiesen heute kaum noch möglich ist, werden viele Streuobstwiesen nicht mehr gepflegt. Die Folge ist, dass die zum Teil sehr alten Bäume mit Misteln besetzt werden sowie durch den fehlenden Schnitt verwahrlosen und damit kaum noch Erträge bringen.

Der Naturpark Rhein-Westerwald ist bestrebt, diese alten Streuobstbestände durch Pflegeschnitte zu erhalten. Dabei arbeitet der Naturpark eng mit der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung Neuwied zusammen. Im Naturpark gibt es aber auch zahlreiche ehrenamtliche Initiativen, die sich um die Pflege und den Erhalt von Streuobstwiesen kümmern. Beispielsweise setzt sich der NABU Neuwied mit Pflegeschnitten und Neupflanzungen beim Erhalt der Streuobstwiesenbestände ein.

 

Im Naturpark Rhein-Westerwald wurden im Jahr 2013 durch das gemeinschaftliche Engagement mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Neuwied und durch das Land Rheinland-Pfalz zahlreiche Sanierungsschnitte an alten, erhaltenswerten Baumbeständen durchgeführt. Zudem konnten Neupflanzungen von alten Arten vorgenommen werden. Dies leistet einen Beitrag dazu, die historische Kulturlandschaft der Streuobstwiesen auf für die zukünftigen Generationen zu erhalten. 

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