Was ist ein Naturpark

Naturparke sind, neben Nationalparken und Biosphärenreservaten, Großschutzgebiete nach nationaler Gesetzsprechung. Mit den Bundes- und Landesnaturschutzgesetzen erhalten sie eine gesetzliche Grundlage und werden in Rheinland-Pfalz durch die entsprechenden Landesverordnungen festgesetzt.

 

Damit wird der Schutzgegenstand von Naturparken eindeutig geregelt. Nach dem geltenden Landesnaturschutzgesetz in Rheinland-Pfalz § 21 sind
„(1) Naturparke (...) einheitlich zu entwickelnde und zu pflegende Gebiete, die

  1. großräumig sind,
  2. in wesentlichen Teilen ihres Gebietes die Voraussetzungen eines Landschaftsschutzgebiets oder Naturschutzgebiets erfüllen,
  3. sich wegen ihrer landschaftlichen Voraussetzungen für die Erholung besonders eignen und in denen ein nachhaltiger Tourismus angestrebt wird,
  4. nach den Erfordernissen der Raumordnung für die Erholung vorgesehen sind,
  5. der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung einer durch vielfältige Nutzung geprägten Landschaft und ihrer Arten- und Biotopvielfalt dienen und in denen zu diesem Zweck eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt wird,
  6. besonders dazu geeignet sind, eine nachhaltige Regionalentwicklung zu fördern."

orchidee

Nach der Landesverordnung des Naturparks Rhein-Westerwald ist der Schutzzweck des Parks die "Erhaltung der landschaftlichen Eigenart und Schönheit der Landschaft". In der Landesverordnung werden im Naturpark fünf Kernzonen ausgegliedert. Der Schutzzweck der Kernzonen ist es, die "Erholung in der Stille" zu ermöglichen.

Die fünf Kernzonen im Naturpark sind:

  • der „Rheinbrohler Wald" (zusammenhängendes Waldgebiet zwischen Bad Hönningen, Hausen an der Wied, Neuwied-Feldkirchen),
  • der „Heimbacher Wald" (Arrondierte Waldfläche im Osten der Stadt Neuwied),
  • der „Märker Wald" (Waldgebiet zwischen Oberraden, Rüscheid und Kleinmaischeid),
  • das „Fockenbachtal" (Gebiet zwischen Niederbreitbach und Oberhonnefeld) und
  • die „Lahrer Herrlichkeit" (Waldgebiet zwischen Ferntal, Obersteinebach und Oberlahr).

 

Entsprechend der Grundlagen des Bundes- und des Landesnaturschutzgesetzes haben Naturparke folgende Aufgaben:

  • Nachhaltiger Tourismus
  • Naturschutz und Landschaftspflege
  • Umweltbildung
  • Nachhaltige Regionalentwicklung.

 

Neben den generellen Aufgaben und Zielen, die übergreifend für alle Naturparke in Deutschland beziehungsweise Rheinland-Pfalz gelten, hat sich der Naturpark Rhein-Westerwald durch ein Entwicklungskonzept beziehungsweise Handlungsprogramm eigene Ziele gegeben. Schwerpunktaufgaben des Naturparks liegen dabei vor allem in den Bereichen:

  • Maßnahmen zur Sicherung der biologischen Vielfalt,
  • naturnahe und naturverträgliche Erholung,
  • Umweltbildung,
  • nachhaltiger Tourismus,
  • Landschaftspflege und -entwicklung,
  • dauerhafte umweltgerechte Landnutzung und
  • Moderation einer nachhaltigen Regionalentwicklung.

Derzeit gibt es in Deutschland über 100 Naturparke, die über ein Viertel der Bundesfläche ausmachen. Informationen über die weiteren Naturparke erhalten Sie beim Verband Deutscher Naturparke (VDN). Der VDN mit Sitz in Bonn ist zentral für die einheitliche Entwicklung der Parke in Deutschland.